Yongchang Chung, Julia Drahmann, Jiny Lan, Mike MacKeldey und Kwang Sung Park 

„Face to Face - Portraitmalerei heute“ 

18. Oktober - 29. November 2014 

Ausstellungsansichten

Im Vordergrund: Yongchang Chung
Links: Kwang Sung Park, rechts: Yongchang Chung
Julia Drahmann
Im Vordergrund: Mike MacKeldey
Im Vordergrund: Mike MacKeldey
Jiny Lan

 

 

Die Galerie Anette Müller freut sich, vom 18. Oktober bis zum 29. November 2014 Arbeiten von Yongchang Chung, Julia Drahmann, Jiny Lan, Mike MacKeldey und Kwang Sung Park in der Gruppenausstellung „Face to Face - Portraitmalerei heute“ präsentieren zu können.

 

Die Portraitmalerei unterlag in ihrer Geschichte einem kontinuierlichen Wandel. Ging es vordergründig zwar stets um das Abbild des Menschen, so war die je unterschiedliche Art, wie dieser ins Bild gerückt wurde, doch auch immer Ausdruck seines jeweils gültigen Selbstverständnisses und der künstlerischen Idiome, die man dafür als geeignet empfand. Die Hoch-Zeiten des Portraits waren das siebzehnte und das neunzehnte Jahrhundert. In der Kunstproduktion des zwanzigsten und einundzwanzigsten Jahrhunderts spielt das Portrait eher eine untergeordnete Rolle. Gleichwohl erfuhr es in der modernen Malerei einen fundamentalen Wandel und einen Bedeutungszuwachs, hin zu einer expliziten Interpretation des Menschen. Ganz neue Anforderungen an die Portraitmalerei wurden mit dem Fortschritt der Fotografie gestellt, da sie sich gezwungenermaßen von der technischen Reproduktionsform unterscheiden musste.

 

Dass die Portraitmalerei die Fotografie mit ihren eigenen Mitteln durchaus erschüttern kann, zeigen die Portraitköpfe von Yongchang Chung, Julia Drahmann, Jiny Lan, Mike MacKeldey und Kwang Sung Park, die in der Ausstellung „Face to Face - Portraitmalerei heute“ zu sehen sind. Sie setzen die Malerei in ihr eigenes Recht, gerade nicht als Abbild zu dienen, sondern vielmehr als eine Darstellung eigenbestimmten Rechts, insofern sie ihre Darstellungsleistung qua Bild und nicht mittels abbildender Ähnlichkeit erfüllen.

 

Mit den monumentalen Portraitköpfen von Yongchang Chung findet das Bildnis im Zeitalter der Fotografie noch einmal zu großflächiger, malerischer Wirkung. Die Themen dieser mit schwarz-weißer Acrylfarbe gemalten Bildnisse sind die Themen des Lebens des kurz nach dem Ende des Korea-Krieges in der Hafenstadt Mokpo City in Südkorea geborenen Künstlers. 1983 kam Yongchang Chung nach Deutschland, wo er nach seinem Studium an der Gesamthochschule (School of Fine Arts) in Kassel von 1986 bis 1991 ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf absolviert hat. Yongchang Chung ist Meisterschüler von A.R. Penck. Der Künstler lebt und arbeitet in Düsseldorf. 

 

Die 1988 geborene Julia Drahmann setzt in ihren aktuellen Arbeiten Portraitköpfe ins Bild, um sie beispielsweise mithilfe einer lasierenden Schicht hinter einem verklärenden Schleier wieder zurücktreten zu lassen. Damit hinterfragt die junge Malerin das heutige Schönheitsideal und thematisiert die Problematik des damit verbundenen Identitätsverlusts. In diesem Kontext ist eine großformatige Arbeit speziell für die Ausstellung „Face to Face - Portraitmalerei heute“ entstanden. Julia Drahmann hat von 2008 bis 2014 ein Studium an der Kunstakademie Münster absolviert. Die junge Künstlerin lebt und arbeitet in Münster. 

 

In dem Portraitzyklus „The innocent woman“ verbindet die 1970 in Liaoning im Grenzgebiet zwischen China und Korea geborene Jiny Lan künstlerische Traditionen Asiens und Europas zu einer eigenen Bildsprache. Durch Verwischungen verleiht sie den realistischen Bildnissen chinesischer Frauen eine bedrückende Unschärfe. Jiny Lans Thema ist der Feminismus. Die in der Ausstellung präsentierten Portraits von Frauen verweisen auf eine chinesische Tradition, nach der Witwen dieser Titel zugesprochen wird, wenn sie nach dem Tod ihres Mannes alleinstehend bleiben. Die 1995 nach Deutschland übergesiedelte Malerin hat nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Bohai University in Liaoning von 1991 bis 1994 ein Studium an der China Academy of Fine Arts in Zhejiang absolviert. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Düsseldorf.

 

Auch der 1973 in Frankfurt am Main geborene Mike MacKeldey verwischt und übermalt seine realistischen Portraits. Zunehmend ritzt oder kritzelt der seit 1997 als freischaffender Künstler arbeitende Mike MacKeldey in die noch feuchte Farbe intuitiv erdachte Texte oder Zeichnungen, die Geschichten andeuten, die in den Bildern verborgen liegen. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin.

 

Die gemalten Bildnisse des 1962 in Seoul, Südkorea geborenen Kwang Sung Park zeigen mit besonderer Deutlichkeit, dass sich die Malerei in dem Maße, in dem sie sich von ihrem Gegenstand entfernt, unausgesetzt darum bemüht, sich ihm zu nähern. So legt der Künstler auf seine schwarz-weiß-grauen Portraits einen Schleier, hinter dem die Gesichter mit ihren geschlossenen Augen gänzlich zu verschwinden scheinen, um „das unsichtbare Innere des Menschen“ zu vermitteln. Kwang Sung Park arbeitet an der Grenze zur Abstraktion. Sein Ansatz ist ein poetischer. Der Künstler hat nach seinem Studium der Kunstpädagogik an der SEWON Universität in Chungju in Korea 1997 ein Studium der Philosophie an der Paris VIII Universität absolviert. In Paris unterhielt Kwang Sung Park seit 1992 ein eigenes Atelier. Seit 2003 lebt und arbeitet der Künstler wieder in Seoul und in Essen.

 

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Weitere Ausstellungen der Künstler in unserer Galerie

 

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