Kai Klahre, Philipp Kummer, Peter Müller, Herbert Willems

"stell dir vor"

9. September - 21. Oktober 2017

Ausstellungsansichten

 

Ausstellungsansicht
Ausstellungsansicht Herbert Willems
Ausstellungsansicht Peter Müller
Ausstellungsansicht im Vordergrund Peter Müller, im Hintergrund Kai Klahre
Ausstellungsansicht Kai Klahre
Ausstellungsansicht Kai Klahre
Ausstellungsansicht Kai Klahre
Ausstellungsansicht Kai Klahre
Ausstellungsansicht Kai Klahre
Ausstellungsansicht Kai Klahre
Ausstellungsansicht Kai Klahre
Ausstellungsansicht Philipp Kummer
Ausstellungsansicht Philipp Kummer
Ausstellungsansicht Philipp Kummer

 

Die Galerie Anette Müller freut sich, vom 9. September bis zum 21. Oktober 2017 die Ausstellung „stell dir vor“ präsentieren zu können. Gezeigt werden neue Skulpturen sowie Zeichnungen und Gemälde von Kai Klahre, Philipp Kummer, Peter Müller und Herbert Willems. 

 

"Skulptur ist, worüber man stolpert, wenn man zurücktritt, um sich ein Gemälde anzusehen“, sagte einst der Maler Ad Reinhardt. Das Verhältnis der Bildhauerei zur Malerei wird jedoch schon lange nicht mehr als Fremdheit unvereinbarer Gattungen oder gar als Wettstreit verstanden. Im Gegenteil. Viele zeitgenössische Maler verstehen ihr skulpturales Schaffen, Ihre oftmals farbig bemalten bildhauerischen Arbeiten als die größere Herausforderung ihrer Fähigkeiten, als umfassender. Der Zusammenhang zwischen Bildhauerei und Malerei und das Problemfeld Skulptur und Farbe steht im Fokus der Arbeiten, die in der Ausstellung gezeigt werden. 

 

Umschreitet man die differenziert bemalten figürlichen Kleinbronzen des Nürnberger Künstlers Kai Klahre, so denkt man unweigerlich an Bazon Brocks Feststellung, dass eine besondere Leistung gegenwärtiger bildhauerischer Arbeiten von zeitgenössischen Malern, die sich auf das Problemfeld Skulptur und Farbe einlassen, darin besteht, „Farbe als Strukturmerkmal, Farbe als natürliche Dingeigenschaft, Farbe als Symbol und Farbe als psychologische Kraft gleichzeitig und im Wechsel jeweiliger Dominanzen vorzuführen.“ In der Ausstellung werden die Skulpturen von Kai Klahre den Zeichnungen des Künstlers gegenübergestellt. Denn die bildhauerische wie malerische Arbeit von Kai Klahre gründet auf der Zeichnung. „Das ständige Zeichnen, Formen und Heraussuchen, eine Lebendigkeit des Strichs werden zu immer neuen Anfängen. Zeichnung ist der Anfang“, sagt der Künstler.  

 

Die kraftvollen und expressiven Malereien des Leipziger Künstlers Philipp Kummer treffen in der Ausstellung auf seine seit 2014 entstehenden Skulpturen. Seine dreidimensionalen, farbig bemalten figürlichen Arbeiten geben einen klaren Hinweis auf die gänzlich andere gestalterische Kraft, die eine bildhauerische Arbeit entwickeln kann. Wie seine Bilder, so zeugen auch die Skulpturen des Künstlers von einer heftigen Lust am Material und an der Farbe. Auf den ersten Blick erschließt sich hier die Klammer der Malerei, die zwei- und dreidimensionale Arbeiten verbindet, erklärt sich die Notwendigkeit und das sich gegenseitige Bedingen der Werke. Wo in den Bildern der Prozessarbeit mehr Raum gegeben wird, schält sich in Philipp Kummers Bildhauerei die Ideenwelt des Künstlers klarer heraus und zeigen sich geradezu provokante Verbindungen zwischen Tier und Mensch, die den Betrachter zunächst stark verunsichern und ihn schließlich zum Nachdenken über gesellschaftlich relevante Themen veranlassen.

 

Auch der Bildhauer und Tony Cragg Meisterschüler Peter Müller setzt die Farbe unter anderem mit Blick auf die inhaltliche Dimension seiner Skulpturen gezielt ein. In der Ausstellung sind bildhauerische Arbeiten des Künstlers aus der Serie mit gewundenen und bandförmigen Stahlkompositionen zu sehen. Durch die farbige Pulverbeschichtung dieser Stahlformen wirken die Arbeiten fast gewichtslos und eher wie Zeichnungen in der Luft. 

 

Nur beim Bildhauer Herbert Willems entsteht die Farbigkeit überwiegend durch das verwendete Material selbst. Der Tony Cragg Meisterschüler zeichnet Pflanzen „en plein air“ und setzt seine farbigen Aquarellzeichnungen in Bildhauerei um. Das Wuchern der Natur in der durch die Agrarwirtschaft veränderten Landschaft des Niederrheins erzeugt die Bilder, die der Künstler in seinen Arbeiten analysiert und dann im Material umsetzt. In der Ausstellung werden die Skulpturen von Herbert Willems den Aquarellzeichnungen des Künstlers gegenübergestellt.

 

Insgesamt zeigt die Ausstellung, dass die Farbe eine starke Kraft auch in der Bildhauerei ist und dass auch junge Nachwuchsmaler sich bereits so weit entwickelt haben können, dass sie es wagen, auch Bildhauer zu sein. 

 

Kai Klahre (*1981, Halle/Saale) hat von 2003 bis 2009 ein Studium der Freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg bei Professor Christine Colditz und Professor Thomas Hartmann absolviert. Er ist Meisterschüler von Professor Thomas Hartmann. Kai Klahre lebt und arbeitet in Nürnberg.

 

Philipp Kummer (*1979, Dresden) hat von 2006 bis 2012 ein Studium der freien Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg absolviert. Er ist Meisterschüler von Professor Ralph Fleck. Philipp Kummer lebt und arbeitet in Leipzig.

 

Peter Müller (*1981, Ruda/Polen) hat nach seiner Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer in Berlin in den Jahren 2007 bis 2014 ein Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf absolviert. Er ist Meisterschüler von Professor Anthony Cragg. Peter Müller lebt und arbeitet in Neuss.

 

Herbert Willems (*1966, Kevelar) hat von 1991 bis 1998 ein Studium der Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf absolviert. Herbert Willems ist Meisterschüler von Professor Anthony Cragg. Seit 2009 unterrichtet er an der Kunstakademie Düsseldorf - zunächst als Assistent von Professor Anthony Cragg, heute als Leiter der Werkstatt für Metallbildnerei. Herbert Willems lebt und arbeitet in Düsseldorf.

 

Download

 

 

Weitere Ausstellungen der Künstler in unserer Galerie

 

Anna Bittersohl, Rayk Goetze und Kai Klahre: Mitunter die Realität (07.01.- 25.02.2017)
Gemeinschaftsausstellung: Der Stand der Dinge - Malerei und Skulptur 2016 (05.11.-31.12.2016)
Philipp Kummer: the upward spiral (20.02.-26.03.2016)
Herbert Willems, Ralph Hauser, Miri Kim und Johannes Leidenberger: Positionen - Skulptur2015 (20.06.-01.08.2015)
Kerim Cinar, Marina Dimitrijevic, Peter Müller und Tobias Nink: Positionen - Skulptur2014 (24.05.-05.07.2014)
Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
Copyright © 2017 Galerie Anette Müller, Düsseldorf